"Der lange Weg zu kurzen Wegen"

Land- und Handwerkerweg zeigt kurze Wege regionaler Produkte in Gefahr!

Es sind die kurzen Wege von regionalen Produkten und das große Potenzial, das dahinter steckt, auf die der Bundesverband der Regionalbewegung e.V. mit dem „Land- und Handwerkerweg 2020“ zum Tag der Regionen aufmerksam macht. In über 60 Beiträgen säumen Regionalinitiativen mit ihren regionalen Produkten die Wegesränder. So zeigen unter anderem Bierstraßen, Ölspuren, Kürbiswege, Honigpfade, Apfelstrecken, Tomatenbahnen, Gemüsekisten-Parcours oder Wurstwege quer durch alle Bundesländer, dass es diese kurzen Wege -noch- gibt.

Weil die kleinen und mittleren Betriebe dahinter jedoch akut vom Aussterben bedroht sind, wirbt die öffentlichkeitswirksame Aktion für mehr Aufmerksamkeit und bessere Rahmenbedingungen für regionale Land- und Handwerker in ganz Deutschland.

Hier gehts zur Aktion

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Tag der Regionen 2020

Der Tag der Regionen 2020 fand statt!

Hier klicken und Sie gelangen zum digitalen Programmheft für Bayern.

Der Tag der Regionen 2020 war sicherlich anders, aber auch ganz besonders.
Als bedeutendste Veranstaltungsplattform für regionales Wirtschaften ist er seit über 20 Jahren das größte und dauerhafte Projekt des Bundesverbandes der Regionalbewegung e.V.

Trotz der außergewöhnlichen Voraussetzungen in diesem Jahr wurden mit großer Kreativität über 800 tolle Aktionsideen und Veranstaltungsformate bundesweit auf die Beine gestellt, die unter den jeweils geltenden Abstands- und Hygieneregeln an den einzelnen Veranstaltungsorten funktionieren.

Dass neben der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, auch 12 Ministerinnen und Minister aus den zuständigen Landesministerien die Schirmherrschaft für den Tag der Regionen in ihren jeweiligen Ländern übernommen haben, gewichtet die Bedeutung des Tag der Regionen einmal mehr.

Hier geht es zu den Grußworten und Videobotschaften der Schirmherren.

Aktionsideen für drinnen, draußen und digital finden Sie hier.

Mit dem Slogan „Klimaschutz durch kurze Wege“ griff der Tag der Regionen 2020 in Bayern die aktuelle gesellschaftspolitische Diskussion um den Begriff Klimawandel auf. Kurze Wege tragen nicht nur nachhaltig zum Erhalt von regionalen Strukturen und Identität in unserer Gesellschaft bei, sondern sparen auch Energie und schonen damit maßgeblich das Klima.

Der Aktionszeitraum erstreckte sich vom 25.09.2020 bis zum 11.10.2020, mit dem Kerntag am Erntedanksonntag, dem 4.Oktober 2020.

Vielen Dank für Ihre Aktionsanmeldung und kreative Ideen!


RegioTester in Bayern

„RegioTester“ ist ein Praxistest für den regionalen Einkauf. Wir schauen Menschen über die Schulter, die bei ihren Einkäufen die Alltagstauglichkeit testen.


"4-Zwerge Haushalt" - Feuchtwangen

Einer der RegioTester-Haushalte aus Mittelfranken ist Familie Willecke, die für mehrere Wochen den regionalen Produkten unter dem Namen „2-Zwerge-Haushalt“ auf der Spur war. Der Name verrät bereits die Familienkonstellation. Neben den Eltern Agnes und Michael gehören die 4-jährige Tochter Jule und ihre 1-jährige Schwester Nele zur Familie. Sie leben in einer eher ländlich geprägten Kleinstadt und achten bereits auf eine gesundheits- und umweltbewusste Ernährung. Sie backen den größten Teil ihres Brotes mit Biomehlen aus der Umgebung selbst, nutzen den wöchentlichen Lieferservice einer Gemüsekiste und versorgen sich in den Sommermonaten mit viel Obst und Gemüse aus dem Eigenanbau.

Über zwei Monate haben die Willeckes ihren Einkauf dokumentiert und ihre Einkaufsgewohnheiten kritisch hinterfragt. Die junge Familie hat für sich entschieden: „Unsere Region ist für uns Franken und regional sind für uns Produkte, deren Produzenten landwirtschaftlich und handwerklich „hier“ arbeiten, „hier“ leben und „hier“ auch gut damit wirtschaften können. Aber was tun, wenn ein Produkt nicht regional sein kann, wie zum Beispiel die in ihrem Haushalt unverzichtbaren Kaffeebohnen? „Hier versuchen wir zumindest den örtlichen Einzelhandel zu unterstützen, kaufen unsere bio- und fair-gehandelten Kaffeebohnen in einer kleinen Kaffeerösterei in unmittelbarer Umgebung“, berichtet die Familie. Obwohl sie sich sehr intensiv mit dem Thema Regionalität befasst haben, mussten sie trotzdem feststellen, dass der Kunde viel zu selten nachvollziehen kann, welche Wege ein Produkt wirklich hinter sich hat, bevor es im Einkaufskorb landet. Abhilfe kann da nur ein direktes Gespräch mit Einzelhändlern oder am besten mit dem Produzenten schaffen.

Fazit der RegioTester aus Mittelfranken: „Glaubwürdig regional einzukaufen ist zunächst mühevoll und zeitaufwendig, aber bald kommt Routine ins Spiel und es hat uns unheimlich Spaß gemacht, über die Produkte aus unserer Umgebung mehr zu erfahren und die Menschen, die dahinter stecken, kennen zu lernen. Wir wissen jetzt vieles mehr wertzuschätzen“, betonen die Willeckes.

Insgesamt wünschen sie sich einen intensiveren Austausch über regionale Produkte aus der direkten Umgebung: „Die Menschen müssen viel mehr über regionale Produkte reden und ihr Wissen intensiver teilen, ein beispielsweise durch eine Regionalinitiative örtlich gebündeltes Angebot an regionalen Produkten in einer regionalen Markthalle, das wäre eine vertrauenswürdige Einkaufsquelle und unser Traum.“

Bezirks-Journal Mittelfranken 04/2019 zum RegioTester


"66 + weise" - Kulmbach

Unsere RegioTesterin aus Kulmbach war eine besondere Teilnehmerin, denn sie kommt sozusagen vom Fach – sie war als Beraterin für Direktvermarkter tätig. Nun als Rentnerin ist sie unserem Aufruf gefolgt, um sich selbst und all denen, die sie weiterhin im Ehrenamt berät, zu beantworten, wie alltagstauglich der regionale Einkauf ist. Ihre Motivation war die Neugier, ob die Vorurteile wie „zu teuer“, „zu große Verpackungen“, „zu zeitaufwendig“ oder „ungeeignet für Einzelpersonen/ kleine Portionen/…“ zutreffen oder eben doch nicht. Zusätzlich standen für sie die Fahrtwege im Fokus – wie können Autowege vermieden werden? Sie lebt auf dem Land und die Einkaufsmöglichkeiten sind 10-20 km entfernt. Als Pendlerin war das zuvor kein Thema, denn da wurden oft Einkäufe auf dem Arbeitsweg erledigt, aber jetzt als Rentnerin?

Ihr Resümee, auch als Expertin – es gibt (noch) Hürden und jede Menge Überraschungen, wenn man sich drauf einlässt. Sie hat nun wieder mehr auf Vorrat (Speisekammmer und Tiefgekühltes), um nicht wegen jeder Kleinigkeit ins Auto zu steigen, tauscht sich mehr mit den Nachbarn aus und unterstützt lokale Bauernvereinigungen, da es ihr nicht immer möglich ist, direkt auf dem Bauernmarkt einzukaufen. Kurzum, vieles – vor allem Kartoffeln und Getreideprodukte – sind für den Alltagsgebrauch gut regional zu bekommen. Größere Mengen werden portioniert und bei Bedarf genutzt, damit haben sich die Fahrtwege minimiert und auch die Zeit, die es zum Einkaufen braucht. Ihr Einblick von beiden Seiten war für das Projekt sehr wertvoll und bereichernd.


"Regionalfan" - Burgbernheim

Unser Regionalfan lebt in Burgbernheim, ihre Prioritäten beim Einkauf sind saisonal, regional und unverpackt. Sie hat eine klare Position zu regional: „Regional geht bei mir vor BIO, denn das steht im krassen Widerspruch zu Bio, wenn Bioobst- oder Gemüse dann lange Transportwege nimmt.“
Auch in Sachen Fleischkonsum hat sie schon vor Jahren Konsequenzen gezogen und ernährt sich seit 26 Jahren fleischlos und seit nunmehr 10 Jahren finden lediglich 2 Karpfen pro Jahr den Weg in ihre Küche, natürlich aus dem Aischgrund.
Der Aufbau ihres bedachten Speiseplans (hier ihr Motto: klein aber fein) hat sich in mehreren Jahren vollzogen und mittlerweile haben sich „ihre Lebensmittelconnections“ in ihrem Alltag etabliert.

Ihre Konsequenz geht noch weiter: „Fertignahrung ist mir fremd, ich koche selbst und weiß daher immer, was in meinem Essen drin ist. Beim Einkauf von tierischen Produkten gilt mein großes Augenmerk den Tieren bzw. deren Lebensumstände, auch hier kann ich regional Vieles finden, was mit Anstand und Würde den Tieren gegenüber erzeugt wird.“

Der Vermeidung von unnötigem Verpackungsmüll widmet sie ebenso Aufmerksamkeit und kauft kein Obst und Gemüse, dass in Plastik verpackt wurde. Ebenso kommt nur Joghurt im Glas in ihren Einkaufskorb und auch der Saft kommt vom eigenen Obst.

So viel Engagement ist nicht alltäglich und wir bedanken uns sehr für die Teilnahme am RegioTester und wissen ihre nachhaltige Versorgung sehr zu schätzen!


"Familie Brauer" - Aufseß

Die 4-köpfige Familie lebt in der Fränkischen Schweiz in einem wahrgewordenen Traum, malerisch idyllisch. Seit knapp zwei Jahren haben sie das Stadtleben mit dem ländlichen Landleben getauscht und genießen es auch von der kulinarischen Seite. Der Ort Aufseß ist rekordverdächtig, hier ist die höchste Brauereidichte zu finden: 4 Brauereien auf knapp 1300 Einwohner. Und elementarer Teil des gesellschaftlichen Zusammenlebens ist der ortseigene Dorfladen. Dieser versteht sich als Mittelpunkt des Geschehens und als wichtiger Beitrag zum Sozialen im Ort, denn wie in so vielen anderen Ecken auch, gibt es Menschen, die mobilitätseingeschränkt sind und eben nicht mal eben zum nächsten Supermarkt fahren können. Und der Laden wird von der Dorfgemeinschaft geschätzt, Produzenten aus der Umgebung liefern direkt und was zugekauft wird erfolgt nach dem Qualitätsanspruch der Bewohner, dabei spielen auch Verpackungsgrößen eine Rolle. Auch vor Sonderwünschen scheuen sich die Engagierten nicht, sie besorgen was geliefert werden kann. Für die Bäckerauslage wird nach Bestellung kalkuliert, damit Bäckerwaren nicht sinnlos zu Abfall werden.

Zurück zu unser RegioTester-Familie, die Einkäufe werden überwiegend von Corinna erledigt, im Dorfladen, mit Hilfe einer Fahrgemeinschaft und was auf Wegen liegt, die sowieso gefahren werden müssen. Bei der Fahrgemeinschaft haben sich Menschen aus dem Ort zusammengetan und teilen sich gegenseitig mit, was gebraucht wird, wer kann erledigt die Einkäufe für die anderen gleich mit – so spart jeder an Ressourcen und fördert nebenbei das Miteinander, denn sich über Lebensmitteleinkäufe auszutauschen gehört ja nicht zum gängigen Smalltalk.

Bei den Brauers wird viel gekocht und durch die lokalen Gegebenheiten auch viel selbst angebaut. Für die Familie steht saisonal und regional als Prioritäten über den Einkäufen, gerne nutzen sie dafür auch den Regionalmarkt, der einmal im Monat stattfindet. Damit gelingt es ihnen ganz gut, auf die lokale Herkunft und Qualität zu achten. Natürlich gibt es auch mal nicht-regionale Süßigkeiten oder Katzenfutter (abgesehen von fränkischen Mäusen).

Zu Beginn der Testphase waren sie neugierig, ob sie wohl regionalen Mozzarella oder Senf finden können und nun haben sie die Kontakte und können Produkt für Produkt ihre Einkaufsgewohnheiten umstellen.

Corinna und ihre Familie wurden auch vom BR über ihre Testzeit hinweg begleitet, Einblicke in den Dorfladen, Eindrücke der Region und Persönliches kann in der ARD Mediathek nachgeschaut werden. Hier der Link vom BR Fernsehen


Gelungener Auftakt für den Tag der Regionen 2019 in Bayern

Der 16. Altmühltaler Lammabtrieb mit Woll- und Handwerkermarkt am Samstag, 28. September 2019, in Böhming/ Kipfenberg, war die diesjährige Hauptveranstaltung.

Hüteschäferei und regionale Wirtschaftskreisläufe, beides ist "Klimaschutz durch kurze Wege". Weil dies das Motto des Tag der Regionen in Bayern 2019 ist, war der 16. Altmühltaler Lammabtrieb in Böhming eine wunderbare Veranstaltung um den Auftakt zum Tag der Regionen in Bayern 2019 zu feiern. Der bayerische Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz, Thorsten Glauber, begleitete als prominenter Gast das Spektakel bei dem sich die Schafsherde auf ihrem Weg in das Winterquartier machen. Thorsten Glauber, Schirmherr des Tag der Regionen in Bayern, und Heiner Sindel, Vorsitzender des Bundesverband der Regionalbewegung, sprachen über die bedeutende Rolle der Hüteschäferei für den Naturschutz und die Landschaftspflege. Die Vierbeiner tragen zum Erhalt der Wacholderweiden und der Juralandschaft, und damit ihre Schäfer aktiv zum Klimaschutz bei. Diese Bedeutung soll durch die Marke "Altmühltaler Lamm" Wertschätzung finden. Wir bedanken uns bei dem Markt Kipfenberg für die jährliche Organisation dieser gelungenen Veranstaltung. Das Foto zeigt Heiner Sindel in reger Unterhaltung mit Thorsten Glauber. Copyright: SIMONMALIK

Rekordzahl beim Tag der Regionen 2019 in Bayern

Der Tag der Regionen ist in vollem Gange. In die Regionen getragen wird der Tag der Regionen durch ein breites Aktionsbündnis und zahlreiche Akteure wie euch!

In Bayern sind dieses Jahr fast 400 Aktionen angemeldet, bundesweit sind es 1150! Mehr denn je ist das Motto "Klimaschutz durch kurze Wege" ein Thema, das unsere Gesellschaft nachhaltig beschäftigt. Motivation genug, um noch mehr Menschen von den Vorteilen regionaler Wirtschaftskreisläufe zu überzeugen.

Wir freuen uns auf einen kraftvollen Aktionszeitraum mit großer Wirkung. Denn gemeinsam finden wir mehr Gehör und auch politische Aufmerksamkeit für die Bedeutung regionaler Wirtschaftskreisläufe und deren Förderung.


Der Tag der Regionen 2019 findet am 6. Oktober statt. Der Aktionszeitraum erstreckt sich vom 27. September bis zum 13. Oktober 2019.

Mit dem Slogan „Klimaschutz durch kurze Wege“ greift der Tag der Regionen 2019 in Bayern die aktuelle gesellschaftspolitische Diskussion um den Begriff Klimawandel auf. Kurze Wege tragen nicht nur nachhaltig zum Erhalt von regionalen Strukturen und Identität in unserer Gesellschaft bei, sondern sparen auch Energie und schonen damit maßgeblich das Klima.

Vielleicht plant ihr bereits wieder eine Aktion im Herbst, die thematisch passt oder ihr möchtet explizit für den Tag der Regionen 2019 eine Aktion auf die Beine stellen? Viele Anregungen für Aktionen gibt es auf unserer Website. Organisiert zum Beispiel einen Regionalmarkt oder bringt Erzeuger und Verbraucher über einen Tag der offenen Tür in den Dialog.

Der Aktionszeitraum erstreckt sich vom 27.09.2019 bis zum 13.10.2019, mit dem Kerntag am Erntedanksonntag, dem 6.Oktober 2019

Programmheft zum Tag der Regionen in Bayern 2019

Wir freuen uns auf vielfältige und kreative Ideen!


RegioPioniere - Erfolgsgeschichten zum Tag der Regionen

Über Regionen lässt sich die Welt bewegen!

Zur 20-jährigenErfolgsgeschichte des Tag der Regionen erscheint die
Jubliäumsbroschüre „RegioPioniere


Die Broschüre stellt neun langjährige Akteure des Tag der Regionen aus verschiedenen Bundesländern, Tipps und Organisationshilfen für eigene Veranstaltungen vor.

Der Tag der Regionen: 20 Jahre. 20 000 Aktionen. 20 Millionen Besucher.
Deutschlandweit. Über Regionen lässt sich die Welt bewegen heißt der Titel der Jubiläumsbroschüre „RegioPioniere“, in der das Aktionsbündnis nun seine „Best ofs“ aus den letzten 20 Jahren präsentiert. Denn der Tag der Regionen hat viel bewegt seit seiner 1. Auflage im Jahr 1999. Die Jubiläumsbroschüre
„RegioPioniere – über Regionen lässt sich die Welt bewegen“ illustriert die Erfolgsgeschichten von über 20 Jahren Tag der Regionen. Auf 32 Seiten werden neun langjährige Akteure des Tag der Regionen aus verschiedenen Bundesländern mit ihren Aktionen vorgestellt. Bilder und Interviews mit diesen RegioPionieren zeigen eindrucksvoll die Motivationen und Ziele, Highlights, aber auch die Veränderungen, die die Akteure in ihren Regionen sehen.

Download: Leseprobe "RegioPioniere"

Der Tag der Regionen in Bayern wird durchgeführt vom Artenreiches Land - Lebenswerte Stadt e.V.



Der Tag der Regionen in Bayern wird gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz.